Del Maguey

Du findest dich selbst in einen Jeep wieder, der mit einer rasanten Geschwindigkeit einen schmalen Pfad, nur schemenhaft durch den Staub erkennbar, entlang fährt.
Das Radiosignal empfängt schwach einige Töne einer mexikanischen Ballade. Die Radiolautsprecher haben ihre besten Tage bereits hinter sich und geben diese Klänge nur teilweise wieder.

Die Landschaft, die hinter der nächsten Kurve erscheint, raubt dir den Atem: kleine schmale Wege schlängeln sich durch die aufkommenden Berge und versinken in den Felder-Meeren aus Agavenpflanzen; der Ursprungsstoff des puren Mezcals, der zu den weltweit komplexesten Destillate gehört.
Dein Reiseziel ist ein Zapothekendorf, angesiedelt entlang des Rio Hormiga Colorado; 8.000 Fuß hoch, gelegen in der Wüste Oaxacas, wo bereits der Dorfälteste und zugleich der Mezcalero Paciano Cruz Nalasco wartet.

Übers Lenkrad gebeugt sitzt Ron Cooper, der den Geist des Mezcals einzig und allein wieder auferweckt hat.
Seine Augen schätzen dein Bewusstsein durch den Rückspiegel ab und während es nur wenige Zentimeter neben dir 500 Meter in die Tiefe geht, wird dir klar, dass du dich in die Hände eines Kreuzritters begeben hast – und dass dieser eine andere Auffassung von Gefahr hat als du.

Seine Reise von einem international anerkannten Künstler zu einem Mezcal-Visonär begann in den 1970ern mit einer einzigen Frage: „Glaubst du daran, dass der Pan-Amrican-Highway wirklich existiert?“. Vier Monate später machte er sich mit ein paar kalifornischen Freunden auf die Reise Richtung Panama.
Auf ihrem Weg dorthin trafen sie auf ein Zapothekendorf, das Cooper und seine Firma „Del Maquey, Single Village Mezcal, nun ihr Zuhause nennen: Teotitlán del Valle, Oaxaca.

In den 1990ern macht Cooper sich erste ernsthafte Gedanken darüber, eine Firma zu gründen: ‚liquid Art‘ Firma „Del Maquey, Single Village Mezcal“. Und er begann damit, den Spuren von Gerüchten zu folgen, die ein 100% reines Destillat versprachen, am Ende von schmutzige Wegen, fernab der Zivilisation.
Aber seine Faszination für diese Spirituose wurde geweckt, als er einen Auftrag bekam, eine Limited Edition von 50 blauen, mundgeblasenen Fläschchen zu gestalten, die den mexikanischen ‚Gott des Rausches (Gott der Berauschung?), Ometotchtil auf der Vorderseite abbildeten. Befüllt werden sollten diese Fläschchen mit purem Mezcal.

Sein Eifer veranlasste ihn dazu, einen 5-gallonen-Krug  von einem geweihten Hochzeits-Mezcal, den Cooper nach einer achttägigen Hochzeitsfeier geschenkt bekommen hatte über die mexikanische Grenze in die USA zu schmuggeln. Natürlich wurde er erwischt und musste sein Geschenk zurücklassen. Da wurde ihm klar, dass er in das Mezcal-Business einsteigen musste, das es nichts auch nur annähernd vergleichbares in den USA gab.
Ob Cooper immer noch Zeit für seine Kunst hat? Jeder, der es wagt ihn danach zu fragen wird ein Feuer in seinen Augen aufflackern sehn und ihn antworten hören „Was zur Hölle denkst du, mache ich hier eigentlich“?!


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